Let me introduce you: Montague Fendt

2017-05-22 3

Neue Woche, neues Format. Let me introduce you: Montague Fendt... jede Woche stellen wir einen neuen Lomographer aus unserer Community vor. Warum wir genau dich wählen, kannst du in diesem Artikel lesen.

(c) montagu

Erzähl uns was über dich und deine Arbeiten.

Mein Name ist Monty, ich bin in Basel in der Schweiz geboren, habe Regie und Sinologie studiert und wohne seit 2003 in Peking, wo ich als Regiesseur arbeite. Ich war schon immer ein leidenschaftlicher, analoger Fotograf und besaß noch nie eine digitale Kamera. Ich mache größtenteils Street-Fotografie, aber auch immer wieder mal konzeptionelle Arbeiten, Portraits und Landschaften. Fotografie ist meine grösste Leidenschaft, vielleicht sogar grösser als das Filme machen, deshalb will ich mich auch nicht allzu professionell damit beschäftigen. Ich will die Fotografie als pure Freude beibehalten und mir möglichst keinen Arbeitsdruck kreieren. Ich liebe jeden Schritt des analogen Prozesses, vom Fotografieren bis hin zum eigenen Entwickeln und Vergrößern.

(c) montagu

Beschreibe dich als Person in 3 Sätzen.

Ein rebellischer Realist. Unhaltbar, wenn inspiriert. Auf einer feinen Grenze zwischen Effizienz und Faulheit.

Woher holst du dir deine Inspiration?

Von überall. Sonnenschein in meinen Augen, beim Auto fahren durch die Wüste, auf dem Motorrad durch den urbanen Dschungel, auf einem Berg, beim anschauen einer schönen Frau, durch ein Musikstück, der Wind in den Bäumen oder das Brummen einer Großstadt in der Ferne. Inspiration ist überall, man muss sich nur inspirieren lassen. Ich liebe es mich von schönem, natürlichem Licht zu inspirieren, und natürlich von Kunst, Filmen und Fotos.

Wenn du dich für einen Film und eine Kamera entscheiden müsstest, welche wäre es?

Wirklich eine extrem schwere Entscheidung, aber am Ende wahrscheinlich meine Leica M6TTL mit 50mm f2 Objektiv und einer Rolle Fuji Velvia 100.

Director und Cinematographer! Wir sind beeindruckt. Wie hast du es so weit geschafft? Hast du einige Tipps für werdende Künstler?

“Stay humble, stay hungry and don’t be afraid of failure.”
Ich glaube hinter jedem Erfolg liegt immer jede Menge harte Arbeit, Fleiß, Inspirationen und Erfahrung. Ich habe jahrelang als Kamera- und Regieassistenz gearbeitet, von extrem talentierten Profis gelernt, viele Fehler gemacht und bin oft auch mal an meine Grenzen gestoßen. Das Wichtigste ist aber das man sich zusammennimmt, aus Fehlern lernt, offen für Kritik ist, immer von mehr erfahrenen Menschen lernt und langsam aber sicher seinen eigenen Stil entwickelt. Ich hatte das Glück mit extrem talentierten Leuten wie Emmanuel Lubezki, Chris Menges und Arthur Cohn zusammenzuarbeiten und habe manchmal in einer Woche mehr gelernt als in der Uni in einem Jahr. Ich hatte auch einen guten Zeitpunkt gewählt um nach China zu ziehen, der Markt für Film und Werbung ist unglaublich groß, die Budgets sind zum Teil riesig und alle wollen immer die neusten Kameras, Linsen und Gadgets haben. Da lernt man schnell mit neuem Equipment umzugehen. Ich fühle mich nicht so, als hätte ich es schon sehr weit geschafft. Ich kann gut von meiner Arbeit leben und (meistens) das machen, was mir Spaß macht. Aber Werbung ist ein zweischneidiges Schwert. Es ist toll um Erfahrungen zu sammeln aber auf einem künstlerischen Level sehr unbefriedigend. Ich mache mich langsam aber sicher auf den Weg meinen nächsten Spielfilm zu drehen. Das ist mein Ziel für die nächsten 5 Jahre.

(c) montagu

Du scheinst sehr viel unterwegs zu sein. Ist es wegen der Arbeit oder packt dich manchmal die Reiselust?

Ich habe oft Glück das meine Arbeit mich auf allerlei Reisen verschlägt und ich neben der Arbeit immer schön mit meinen Kameras wegknipsen kann. Ich reise hauptsächlich während Film und Werbedrehs. Das tolle daran ist natürlich, dass man sehr oft gute Freunde und Kollegen dabei hat, es immer Kaffee gibt und man an die schönsten Orte zum richtigen Zeitpunkt bereist. Ich arbeite meistens in China und den USA. Amerika kennt man ja schon ziemlich gut von Filmen und Fotos. China ist unglaublich, der ganze Westen des Landes ist wild und fremd - Alpines Tibet, Wüste Gobi, die Grenzgebiete der Mongolei, der Süden mit tropischen Wäldern und so weiter, alleine hier gibt so viel zu erleben. Die Arbeit im Film und der Werbung ist sehr, sehr stressig, man hat immer ein Jetlag, ist immer in Hotels und hat immer Zeitdruck. Die schönsten Ferien sind für mich, wenn ich zurück in der Schweiz bin, um meine Familie und Freunde zu treffen.

Wie sieht dein momentaner Arbeitsplatz aus?

Im Moment drehe ich eine VW Werbung und sitze ich in einem Hotel in Yining, in China’s Nord-Westlicher Provinz Xinjiang, etwa 30km Östlich von Kazakhstan. Ein toller Ort, aus einem Mix aus Kazahkstan, Russland, China und Turkmenistan. Moscheen, muslimische Küche und Schneebedeckte Berge am Horizont, in der Stadt aber schöner Sonnenschein und milde 26 Grad. 30km in die andere Richtung gibt es Sanddünen und Wüste so weit das Auge reicht. Ein Teil China’s den man nicht oft sieht. Morgen geht es wieder zurück nach Peking, dann sitze ich wahrscheinlich ein paar Tage in einem dunklen Raum für den Schnitt.

(c) montagu

Was inspiriert dich beim analogen fotografieren?

Ich liebe die ‘Limitationen’ von Film. Ich bin inspiriert wenn ich in die Stadt gehe und weiß, dass ich nur noch 5 Aufnahmen in meiner Kamera habe. Oder Ich habe einen 3200 Film in der Kamera am helllichten Tag. Es ist wie ein Spiel, ein Test um herauszufinden welche Situation und welches Foto es wert ist gemacht zu werden. Jedes Mal bevor ich den Auslöser drücke, denke ich einen Bruchteil einer Sekunde länger über das Foto nach, als ich es auf einer Digitalkamera machen würde. Natürlich spielt auch die Spannung eine große Rolle - einen Film zu entwickeln und keine Ahnung zu haben ob man einen tollen Lensflare erwischt hat, ob alles Weiß ist und für die Katz war, oder ob ein Bild an das man sich gar nicht mehr erinnert unglaublich schön wurde. Alles an Celluloid ist inspirierend, auch philosophisch, das Licht zu fangen und durch einen Prozess in der Dunkelheit wieder ans Licht zu bringen. Und wer immer noch nicht überzeugt ist, dem rate ich einmal ein Großformat-Foto zu schießen und Zuhause zu entwickeln. Sobald man ein frisches Negativ mal in der Hand hält ist man verliebt, damit habe Ich schon einige digitale Freunde zu Analog bekehrt.

(c) montagu

Was versuchst du mit deinen Fotos auszudrücken?

Ich bin ein sehr unschuldiger Fotograf und versuche so wenig wie möglich in eine Szene einzugreifen. Meine Fotos sind Augenblicke, Momente und Erinnerungen, welche mich bewegen. Ich versuche nicht speziell etwas mit meinen Fotos auszudrücken, Ich denke eher das meine Fotografien Spielereien von Licht und Schatten, von Winkeln und Bewegungen sind. Manche Leute gehen durchs Leben und schreiben, manche Malen und manche gehen ins Fitnesscenter. Ich bin inspiriert und ausgewogen wenn Ich fotografiere, und hoffentlich drücken meine Fotos genau dies aus.

Auf was könntest du niemals verzichten?

Kaffee, Bier, Motorrad fahren, Fotografieren, Frauen


Du willst mehr von Monty sehen? Werfe ein Blick auf sein LomoHome oder seine Website!

2017-05-22 helmadee の記事

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3 Comment

  1. montagu
    montagu ·

    Vielen Dank! @helmadee

  2. schugger
    schugger ·

    Schöner Artikel, sehr interessant so viel über dich zu erfahren @montagu!

  3. montagu
    montagu ·

    @schugger Vielen lieben Dank fuers lesen:)

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